Welcome to the insects
Ein Schauspieler, zwei Bildgestalter*innen/Figurenspieler*innen, ein Musiker und eine Choreographin suchen gemeinsam das (Klein-)Tierische in ihrer unmittelbaren Umgebung. Welche Rückschlüsse lassen sich von Insekten auf uns schließen?
Wir beleuchten Mensch-Tier-Beziehungen aus (kunst-)historischer, psychologischer und soziologischer Perspektive. Welche Urängste verbergen sich in der Angst vor Insekten; wo werden Grenzen überschritten? Wie werden diese Grenzen sichtbar? Eine Stückentwicklung in der in einem mehrmonatigen Prozess Musik, Bilder, Text und Bewegungen entstanden.
Uraufführung im Mai 2018 // Schubert Theater
Inhalt // Presse // Team // Video // weitere Infos
Inhalt
Wir sind unentwegt umgeben von Lebendigem und scheinbar Totem. Unser Körperraum endet an unserer Hautgrenze und geht direkt über in unsere Umgebung. Dort kreucht und fleucht es, wie in uns, fast unmerklich. Insekten erobern die Erde seit 500 Millionen Jahren, seit 2 Millionen Jahren leben wir mit ihnen. In Haushalten, im Privaten, in Nischen und Ritzen, in und außerhalb unserer Lebensbereiche schreiben wir ihnen Eigenschaften zu, machen sie uns zu eigen, erforschen, beschreiben, essen und fürchten sie. Mit den Mitteln des Figuren- und Objekttheaters verschieben wir Dimensionen und ermöglichen ein Gespräch zwischen Spieler*in/Beobachter*in und Tier.
„Mit der Dunkelheit aber kommen die Geräusche: Als wäre mit dem Kippen des Lichtschalters/ dem Verlöschen des Lichtes und L.`s damit indirekt zusammenhängenden eigenem Stillstand automatisch auch das In–Gang–Setzen von Lärm verbunden: Beginnt es in Zimmerecke/ hinter/ unter der Wandoberfläche leise zu rascheln: Trockenes Sandgeriesle und zwischendurch immer wieder eine Art Schaben/ Reiben von Knochenartigem auf hartem/ Hohl klingendem Putz/ Beton; alles sehr flink, als stünde die Erzeugung des Geräusches unter großem Druck/ in Eile. Leiser, sich aber letztlich trotzdem darüber legend, weil viel flächiger: Das Federrauschen von L.`s Tuchent, als er sich, um besser hören zu können, leicht zur Seite/ in Richtung des Geräusches dreht: Restlose Überdeckung für einen Moment; und auch danach, als L. wieder völlig bewegungslos/ lauschend liegt: Bleibt es still, einige Zeit.“
“Öffnungen”, Jürgen Lagger
Presse
„Schon mit ihrer ersten Produktion konnten die Mitglieder der jungen Gruppe „Spitzwegerich“ in vier Vorstellungen Publikum, Kritiker*innen und Fachleute begeistern. Mit zauberhaften Objekten – Insekten, Raupen, Larven, Puppen – konnten sie vor allem dem letzten Begriff im Untertitel, „Schock, Ekel und Faszinosum“ ihrer ebenso amüsanten wie wissenschaftlich korrekten Performance gerecht werden.“
(Ditta Rudle, Tanzschrift)
“Knackige 60 Minuten lang entpuppen sich Objekte und Figuren als faszinierendfiligrane Insektengestalten. Handpuppen, Körpererweiterungen und Zeichnungen füllen den Raum. Assoziativ und atmosphärisch, indicken Nebel getunkt, wandeln sich Käfer, Larven und Fliegen von lästigen Viechern in anthropomorphe Gegenüber. (…) Die Geräuschkulisse steigert den Ekel am Kreuchenden, am Fleuchenden in aberwitzige Songs.”
(Theresa L. Gindelstrasser, FALTER Wiener Wochenzeitung, 12. Dez 2018)
Team
Idee, Konzept: spitzwegerich
Text: spitzwegerich
Performance: Simon Dietersdorfer
Musik, Performance: Raumschiff Engelmayr
Ausstattung, Figurenbau, Performance: Birgit Kellner
Ausstattung, Figurenbau, Performance: Christian Schlecher
Outside Eye: Alex. Riener
Choreografie: Daniela-Katrin Strobl
Rat & Tat: Christoph Bochdansky
Licht: Ines Wessely
photocredits: Julia Haas
Weitere Infos
„Welcome to the insects“ wird von der Kulturabteilung der Stadt Wien MA7 und der SKE / austro mechana gefördert.